12.10.2015

VW-Dieselgate und Verstoß gegen Veröffentlichungspflicht

Schadensersatz für Anleihehalter/VW-Anleihen? Im Betrugsskandal um manipulierte Software für Dieselmotoren im VW-Konzern kommen immer neue Details an die Öffentlichkeit.

Wie unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung heute berichtet, hatte VW gegenüber den amerikanischen Behörden den Betrug bereits am 3. September zugegeben. Das entsprechende Verfahren war zu diesem Zeitpunkt längst eingeleitet und Wochen vorher bei VW bekannt. Die Öffentlichkeit wurde hingegen erst zwei Wochen nach dem Eingeständnis von VW informiert. Diese Vorgehensweise, also das Zurückhalten der Veröffentlichung des "Schadensfalles" und damit einer erheblichen kursrelevanten Information, wird in den Beurteilungen der zu Wort gekommenen Experten in den Medien als eindeutiger Verstoß gegen die Publizitätspflichten einer Aktiengesellschaft gewertet.

Wie die FAZ weiter ausführt, droht den verantwortlichen Managern im VW-Konzern nun also neues Ungemach aus einer weiteren Ecke: ganz offensichtlich interessiert sich zwischenzeitlich auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die causa VW. Insbesondere der bisherige Finanzvorstand Hans-Dieter Pötsch, der dieser Tage gegen allerhand Widerstände und nach dem Willen der Familien Porsche und Piëch zum Aufsichtsratsvorsitzenden und damit zum Oberaufseher des Konzerns befördert wurde, steht hier wohl im zentralen Fokus der Behörde. Zwar drohe hier keine Gefängnisstrafe, jedoch hohe Bußgelder, sowohl für Pötsch persönlich als auch für den Konzern als Ganzes. Maßgebliche weitere Kontrolleure wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sowie Gewerkschaftsmann Berthold Huber hatten diese drohende Gefahr und damit ein weiteres absehbares Personalproblem wohl unbedingt vermeiden wollen, wie die Frankfurter Allgemeine schreibt.

Betrüblich ist das ganze Malheur aber nicht nur für die nun im Kreuzfeuer der Kritik stehenden Verantwortlichen innerhalb des Konzerns - sowie möglicherweise auch der über den Aufsichtsrat eingebundenen politischen Mandatsträger: massiv geschädigt wurden durch die nun eingetretenen ungeheuren Wertverluste neben Aktionären und Fahrzeugbesitzern auch die Zeichner und Eigentümer der diversen aus dem Konzern heraus begebenen Anleihen.

Naturgemäß sind die Kurse auch dieser Papiere mit Bekanntwerden  des „VW-Dieselgate“ und der damit zusammen hängenden Tatsachen vergleichsweise dramatisch eingebrochen.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist bereits seit vielen Jahren regelhaft mit hunderten von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten mandatiert und hat sich hier eine ausgezeichnete Expertise erworben. Nach jetzigem Kenntnisstand  stehen für Anleihehalter ebenso wie für Aktionäre und auch Fahrzeugbesitzer betroffener Baureihen, die zwischen Juni 2008 und dem 17. September 2015 gekauft hatten, Schadensersatzansprüche gegenüber VW und insbesondere auch den verantwortlich Handelnden persönlich im Raum. Wir empfehlen allen Betroffenen, zeitnah mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle Optionen in diese Richtung zu prüfen und gegebenenfalls umgehend zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.