22.11.2015

VW-Skandal: noch mehr Sechszylinder betroffen?

Das Handelsblatt berichtet über erneute Vorwürfe des kalifornischen Luftregulierers CARB sowie der US-amerikanischen Umweltbehörde EPA gegenüber dem VW-Konzern.

Im Visier der Ermittler stehen offenbar Sechszylindermodelle nun nicht mehr nur der aktuellen Jahrgänge 2014-2016, sondern vielmehr bereits ab dem Jahre 2009. Betroffen seien konkret die Modelle VW Touareg, der Porsche Cayenne sowie die Audi-Modelle A6, A8 und Q5.

Bereits am vergangenen Donnerstag habe der Konzern eingeräumt, dass in den erwähnten Fahrzeugen auch eine sogenannte „Auxiliary Emissions Control Device“ (AECD) als Teil der Motorsteuerungen einprogrammiert worden sei. Diese ist nicht zu verwechseln mit den "defeat devices", welche in offensichtlich manipulativer Absicht in den kleineren Motoren verbaut worden waren und den ganzen Skandal im September ins Rollen gebracht hatten. AECD hingegen sei nach Unternehmensangaben jedenfalls in dieser Form in Europa zulässig.

Fraglich steht nun, ob es sich nicht doch auch in diesem Fall um eine sogenannte Schummel-Software handele - das Handelsblatt zitiert jedenfalls die US-Behörden mit der Aussage: “Auf der Basis dieser Informationen werden EPA und CARB weiter ermitteln und die nötigen Schritte einleiten”.

Einer vollumfänglichen Aufklärung und Aufarbeitung des mutmaßlichen gigantischen Betrugsskandales steht nun aus Sicht vieler Beobachter die offensichtlich erkennbare Taktik des Unternehmens im Wege.

Beispielhaft das Handelsblatt zitiert Marktbeobachter mit der Einschätzung, dass eine glaubhafte Erneuerung überhaupt erst beginnen können wird, nachdem tatsächlich alle Fakten auf dem sprichwörtlichen Tische liegen. Dies scheint jedenfalls zur Stunde nicht ansatzweise der Fall zu sein.

Nach wie vor stellt sich für alle in der Sache Geschädigten, i.e. Besitzer betroffener Fahrzeuge, darüberhinaus aber auch Investoren in durch den Konzern begebenen Anleihen sowie Unternehmensaktien die Frage der Verantwortlichkeit für das unfassbare Desaster und die gigantische Kapitalvernichtung. Wir prüfen derzeit für bestehende Mandantschaft alle rechtlich gangbaren Wege zur Geltendmachung und effektiven Durchsetzung bestehender Schadensersatzansprüche. Gerne dürfen Sie sich in dieser Hinsicht mit uns auch für eine unverbindliche kurze telefonische Aufnahme des Sachstandes in Verbindung setzen.