25.07.2014

WLAN-Router-Hacking: Betrug über Telefonrechnung

25.07.2014: immer noch werden neue Fälle publik, in denen ganz offensichtlich betrügerische Banden mithilfe manipulierter Router für Heimnetzwerke gigantische Rechnungen produzieren.

Üblicherweise werden hier die entsprechenden Geräte über Schwachstellen in der Betriebssoftware dergestalt umprogrammiert, dass beispielsweise innerhalb kürzester Zeit massenhaft Gespräche von nur wenigen Sekunden Länge beispielsweise an ausländische Servicenummern automatisiert geführt werden. In Berichten seriöser Medien ist hier teilweise die Rede von auflaufenden Kosten von mehreren 1000 € innerhalb 30 Minuten. Unserer Kanzlei liegen aktuell mehrere Rechnungen in nahezu fünfstelliger Höhe vor.

Von Herstellerseite oder auch über die jeweiligen Telefonanbieter gibt es für eine Vielzahl von Geräten Software-Updates, die die entsprechenden Schwachstellen beheben und den Zugang von außerhalb so unmöglich machen sollen. Selbstverständlich sollten Telefonkunden sicherstellen, dass die jeweils aktuellste Software installiert ist oder jedenfalls prüfen, ob ihr Gerät von den Sicherheitslücken betroffen sein könnte. Anfang des Jahres wurde in einer Vielzahl von Medienberichten insbesondere die sogenannte FRITZ!Box des Herstellers AVM in diesem Zusammenhang genannt, es gibt aber Hinweise dahingehend, dass auch andere Geräte wie zum Beispiel der„1&1 Homeserver“ sowie einige Modelle des „Telekom Speedport“ von den Sicherheitslücken betroffen sein könnten.

Leider geben sich die Provider respektive Telefonanbieter in einer Vielzahl von Fällen nicht kulant, sondern beharren auf Begleichung der Horror-Rechnungen. Solcherart offensichtlich betrogene Telefonkunden sollten aber keinesfalls derartig überzogene Schock-Rechnungen bezahlen, sondern vielmehr Widerspruch hiergegen einlegen. Aus unserer Sicht besteht hier üblicherweise keineswegs eine rechtliche Grundlage für die Begleichung entsprechender Außenstände, im Gegenteil sollte jeweils fraglich sein,

ob die Telefonunternehmen überhaupt verpflichtet sein könnten, völlig aus dem Rahmen fallenden und offensichtlich auf Betrug beruhenden Forderungen insbesondere aus dem Ausland nachzukommen. Auch bereits abgebuchte beziehungsweise eingezogene und offensichtlich durch Betrug zustandegekommene Rechnungsbeträge sollten auf jedenfall angefochten respektive zurückgefordert werden.

Es gibt auf diesem Gebiet bereits eine Vielzahl in aller Regel kundenfreundlich ausgefallener Urteile, insoweit sind die Erfolgsaussichten für entsprechende Regressforderungen gegenüber Telefonprovidern respektive Anfechtung derartiger Rechnungen üblicherweise ausgesprochen aussichtsreich. Wir führen über unsere Kanzlei regelmäßig hunderte von laufenden Verfahren im Hinblick auf Anleger- beziehungsweise Verbraucherschutz. Gerne dürfen Sie uns auch in dieser Hinsicht als Geschädigte kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung des Sachstandes ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.