DEUTSCHE BIOFONDS: S.Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu Schadenersatz verurteilt! 

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>>>Überblick zur Unternehmensgruppe Deutsche Biofonds<<<

Für das Beteiligungsangebot der Deutschen Biofonds Hydropower VI, treuhänderische Beteiligung an der Deutsche Biofonds Hydropower GmbH & Co. KG, wurden den eigenen Angaben nach des zwischenzeitlich in Haft befindlichen Initiators Herrn Dr. Yaver Demir insgesamt 72 Millionen Euro eingesammelt. Der Insolvenzverwalter konnte auf einigen der immer wieder wechselnden Konten einen Zufluss von über 26 Millionen Euro bereits feststellen.

Dem Beteiligungsangebot nach handelt es sich um eine treuhänderisch gehaltene KG-Beteiligung. Im Prospekt ist hierzu ein Treuhand- und Verwaltungsvertrag mit der Deutsche Biofonds Treuhand GmbH (damals noch Erlangen) als Treuhandkommanditist abgedruckt. Die Firma Deutsche Biofonds Treuhand GmbH existiert unter dieser Firmierung nicht mehr. Die Deutsche Biofonds Treuhand GmbH firmierte mit Eintragung vom 18.12.2014 in Green Energy Trust GmbH um. 

Sodann erfolgte eine Anmeldung vom 23. Februar 2015 auf Eintragung der Verschmelzung der Green Energy Holding GmbH mit Sitz in Hamburg und der Green Energy Trust GmbH mit Sitz in Hamburg auf die Centauri Holding GmbH, mit Sitz in Nürnberg. Diese Anmeldung wurde schließlich durch das Amtsgericht Nürnberg – Registergericht – mit Beschluss vom 22.01.2016 zurückgewiesen.

Über das Vermögen der Centauri Holding GmbH hat das Amtsgericht Nürnberg – Insolvenzgericht – mit Beschluss vom 18.08.2015 das Insolvenzverfahren eröffnet und Herrn Dr. Didovic, Kanzlei Schwartz Insolvenzverwalter, als Insolvenzverwalter bestellt. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen IN 393/15 geführt.

Herr Dr. Didovic hat im Rahmen seiner Bestellung als Insolvenzverwalter insbesondere die Vorgänge um die Anlagegeschäfte der Deutschen Biofonds für die Anleger aufgearbeitet. Hierbei hat er insbesondere als Insolvenzverwalter der Centauri Trust GmbH sämtliche Datensätze von der Deutschen Biofonds Treuhand GmbH in Besitz genommen und bereits erhebliche Ermittlungen angestellt, um die Anlagegelder ausfindig zu machen und zur Masse zurückzuführen.

Durch den neuerlichen Beschluss des Amtsgerichts Nürnberg – Registergericht – vom 22.01.2016 wurde er mehr oder weniger aus dem Verfahren genommen.

Sämtliche bislang für Anleger getätigten Insolvenzanmeldungen bei der Firma Centauri Holding GmbH, Nürnberg, gehen damit ins Leere.

Das haben wir zum Anlass genommen, für die Anleger nunmehr auch Insolvenzantrag gegen die Green Energy Trust GmbH (ehemals Deutsche Biofonds Treuhand GmbH) zu stellen. Nähere Informationen hierzu finden Sie hier:

Deutsche Biofonds Hydropower: ADWUS Rechtsanwälte stellen Insolvenzantrag gegenüber Deutsche Biofonds Treuhand GmbH

Allein die Umstrukturierungen/Umfirmierungen lassen bereits vermuten, dass die Abwicklung des Beteiligungsangebotes Hydropower VI im Zusammenhang mit dem bestehenden Treuhand- und Verwaltungsvertrag nicht sauber verlaufen ist. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erfolgte dies planmäßig mit Betrugsabsicht. Die Staatsanwaltschaft hat deshalb das Ermittlungsverfahren gegen Herrn Dr. Yaver Demir ausgeweitet wegen des Verdachts des Betruges in Bezug auf die emittierten Anlageprodukte. Das Verfahren wird durch die Gruppenleiterin bei der Staatsanwaltschaft, Frau Staatsanwältin Schäder bei der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth geführt.

Den weiteren Regelungen nach ist der Treuhandkommanditist verpflichtet, für jeden Treugeber gesonderte Konten zu führen. Er hatte die Verpflichtung, das Treuhandvermögen getrennt von seinem sonstigen Vermögen zu verwalten. All diese Verpflichtungen und darüber hinausgehende Regelungen des Treuhand- und Verwaltungsvertrages wurden jedoch dem derzeitigen Ermittlungsstand zufolge von Anfang an nicht eingehalten.

Nach den derzeitigen weiteren Angaben und Ermittlungen des Insolvenzverwalters sind die Gelder der Anleger, die der Treuhandkommanditistin zur Verfügung gestellt wurden, nie in die Kommanditgesellschaft geflossen. Offensichtlich wurden im halbjährlichen Turnus immer wieder neue Konten eröffnet und sodann nach Eingang am Folgetag abverfügt, meist in die Türkei. Von dort seien die entsprechenden Anlegergelder dann wieder nach Deutschland abgeflossen und „wild zweckentfremdet“ in Beteiligungskanäle des Herrn Dr. Yaver Demir versickert. Nach Angaben des Insolenzverwalters erinnert das Geschäftsmodell des Herrn Dr. Demir an Babuschkas Holzfiguren. So oder ähnlich hat er immer wieder Gesellschaften aus dem Nichts entstehen lassen, während die Vorgängerstrukturen aufgelöst wurden. Entsprechend wurden immer wieder bei anderen Bankinstituten neue Konten eröffnet, auf denen die Gelder der Anleger eingefordert wurden. Dies offensichtlich mit immer wieder geänderten Neuauflagen der Prospekte, die Auf die neuen Verhältnisse angepasst wurden. Nach derzeitigem Sachstand bezüglich dieser Anpassungen ohne Bewilligung der BaFin, d.h. ohne die Veröffentlichung der entsprechenden erforderlichen Nachträge.

Der Treuhandkommanditist sollte die Kommanditbeteiligung der Anleger im Außenverhältnis als einheitlichen Gesellschaftsanteil halten. Entsprechend der weiteren vertraglichen Regelungen war vorgesehen, dass der Treuhänder als Kommanditist entsprechend der gesellschaftsvertraglichen Regelungen der KG mit einer Haftungssumme in Höhe von 10 Prozent der Pflichteinlage in das Handelsregister eingetragen wird. Entsprechende Eintragungen sind jedoch nach den hier vorliegenden Informationen nie erfolgt.

Den weiteren Regelungen nach ist der Treuhandkommanditist verpflichtet, für jeden Treugeber gesonderte Konten zu führen. Er hatte die Verpflichtung, das Treuhandvermögen getrennt von seinem sonstigen Vermögen zu verwalten. All diese Verpflichtungen und darüber hinausgehende Regelungen des Treuhand- und Verwaltungsvertrages wurden jedoch dem derzeitigen Ermittlungsstand zufolge von Anfang an nicht eingehalten.

Im Prospekt wird weiterhin mit starken Partnern geworben (S. 45). Aufgeführt sind dort die Siemens AG, die Allianz AG sowie die Voith Hydro GmbH & Co. KG.

Diese namhaften Unternehmen haben sich zwischenzeitlich gegen ihre Nennung gewehrt. Eine entsprechende Partnerschaft hat den hier vorliegenden Informationen nach nie existiert. Bekannt ist uns zwischenzeitlich ein rechtskräftig gewordenes Verfahren (Unterlassungsklage der Siemens AG bzw. Voith Hydro GmbH & Co. KG als Untergesellschaft von Siemens), welches durch die Anwaltskanzlei Linklaters im Jahre 2012/2013 vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth zum Aktenzeichen 3 HKO 9441/12 gegen die Unternehmensgruppe des Herrn Dr. Demir geführt wurde. Das Urteil erging rechtskräftig bereits im Jahre 2013. In Kenntnis dieser Tatsachen wurden mit dem Prospekt auch im weiteren Verlauf des Jahres 2013 und offensichtlich auch noch im Jahre 2014 weitere Geldeinlagen angeworben.

Der Insolvenzverwalter ist nach wie vor mit der Aufarbeitung beschäftigt. Es seien keine Sachwerte verfügbar, insbesondere konnte bislang kein größeres Vermögen an Barwerten aufgefunden werden. Dafür existiert eine erhebliche Anzahl an nicht unerheblichen Zahlungsausgängen für Beratungsleistungen, Flugzeuge und für sonstige nicht zweckbestimmte Mittelverwendungen.

Eine Mittelverwendungskontrolle, wie im Prospekt (Hydropower VI) am Ende auf S. 111 ff. dargestellt, hat faktisch nicht stattgefunden. Der Mittelverwendungskontrollvertrag wurde zwischen der Deutschen Biofonds Hydropower GmbH & Co. KG und der S.Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH sowie der Deutschen Biofonds Treuhand GmbH geschlossen.

Gemäß dem Vertrag sind die gesellschaftsrechtlichen Einlagen der Treuhandkommanditistin einschließlich des Agios (ursprünglich) ausschließlich auf das Treuhandkonto der Treuhänderin bei der VR-Bank Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach eG zu zahlen.

Von diesem Konto können Verfügungen nur gemeinsam von der Geschäftsführung der Gesellschaft mit dem Mittelverwendungskontrolleur vorgenommen werden. Diese Verfügungsberechtigung ist unwiderruflich erteilt.

Tatsächlich hat Mittelverwendungskontrolleur, die Firma S.Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH, diese vertraglichen Verpflichtungen von Anfang an nicht erfüllt. Seine Stellung ist dem Wirtschaftsprüfer offensichtlich über die Dauer zu heiß geworden, sodass vermutlich im Jahre 2013 die Firma Junga GmbH Steuerberatungsgesellschaft, Friedrichstraße 28, 42655 Solingen, den weiteren hier vorliegenden Informationen zufolge diese Aufgaben übernommen haben könnte. Die entsprechenden Verträge hierzu liegen jedoch nicht vor, es besteht jedoch die Annahme, dass Junga GmbH Steuerberatungsgesellschaft in sämtliche Mittelverwendungskontrollpflichten gemäß dem prospektierten Mittelverwendungskontrollvertrag eingetreten ist.

Eine effektive Mittelverwendungskontrolle hat jedoch auch ab diesem Zeitpunkt nicht stattgefunden.

Trotzdem hat die Firma Junga GmbH Steuerberatungsgesellschaft mit einem hier vorliegenden und teilweise an Anleger ausgehändigten Schreiben vom 13. März 2013 schriftlich erklärt, dass im Zusammenhang mit den Einzahlungen der gezeichneten Anlagen durch Investoren in die Gesellschaft Deutsche Biofonds Hydropower GmbH & Co. KG geprüft worden wäre, ob der tatsächliche Geldfluss mit den im Prospekt geschilderten Angaben übereinstimmt. Bestätigt wurde sodann:

"Die Gesellschaft Deutsche Biofonds Hydropower GmbH & Co. KG hat die auf diese Weise zur Verfügung gestellten Gelder anschließend gemäß des im Prospekt geschilderten Projektes verwendet.“

Diese Feststellungen sind unzutreffend! Sowohl die Vorgehensweise des ehemaligen Mittelverwendungskontrolleurs S.Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH wie auch der Junga GmbH Steuerberatungsgesellschaft halten wir für problematisch. Im Gesamtkontext sehen wir haftungsbegründende Umstände.

Der Emissionsprospekt zur gegenständlichen Fondsbeteiligung ist in mehreren Punkten fehlerhaft und es fehlt die Aufklärung über die Risiken der Fondskonzeption.

Es eistierten tatsächlich weder die im Prospekt abgedruckten über 200 Referenzprojekte. Auch die der Anlage zugrunde liegenden Wasserkraftwerke hat es nie in der Form, wie im Prospekt behauptet, gegeben. Die im Prospekt beispielhaft abgedruckten Referenzprojekte existieren zwar, haben jedoch mit der Unternehmensgruppe des Herrn Dr. Demir nichts zu tun. Dies ergibt sich bereits aus einer Recherche im Internet. Insbesondere sind auch die Angaben zu solchen Referenzprojekten schon unzutreffend.

Die S.Audit Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mbH hat trotzdem mit Datum des 26. März 2012 eine Bescheinigung Private Placement VI Hydropower abgegeben. Hierbei wurden eine Reihe von Feststellungen getroffen und sodann bewertet die unzutreffend sind bzw. deren Bewertung nicht sachgerecht erfolgte.

<<<weitergehende Informationen zur Haftungslage gegenüber s.Audit Wirtschfatsprüfungsgesellschaft mbH finden sie hier>>>