Lignum Sachwert Edelholz AG

Ansprechpartner und Hauptsachbearbeiter in unserer Kanzlei

Wolfgang Wittmann
Rechtsanwalt für Kapitalmarktrecht

Alle wichtigen Informationen rund um die Lignum Sachwert Edelholz AG sowie die Produkte Vermögensanlagen „Nobilis-Rent“, „NobilisPriva“ und „NobilisVita“.

Vermittler- und Berater stehen aus unserer Sicht in der Haftung. Bei Bestehen einer  Vermögensschadenshaftpflichtversicherung sehen wir für unsere Mandanten nicht nur juristische, sondern auch wirtschaftliche Erfolgsaussichten. 

Bereits am 10.07.2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft getreten. Hierdurch wird die Prospektpflicht erweitert. Finanzprodukte, wie auch das vorliegende Angebot, wurden durch dieses Gesetz erstmals einer Prospektpflicht nach dem Vermögensanlagegesetz unterworfen. Ausnahmen von der Prospektpflicht sind nur unter bestimmten Voraussetzungen bspw. für soziale Projekte, für gemeinnützige Projekte, Religionsgemeinschaften u.a. Spezialfälle vorgesehen. In diesem Fall gilt aber ein Widerrufsrecht des Anlegers.

Ebenfalls mit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes gilt die veränderte Vermögensanlagen-Verkaufsprospektordnung, welche neue Mindestangaben normiert.

Hieraus ergibt sich im vorliegenden Fall die Haftung des Anlageberaters. Das vorliegende Anlagemodell hätte niemals vertrieben werden dürfen, was den Beratern hätte auffallen müssen. Nach den Vorschriften des Kleinanlegerschutzgesetzes war für diese Kapitalanlage mit Wirkung ab dem 10. Juli 2015 ein Verkaufsprospekt vorgeschrieben, aber nicht vorhanden. Ohne einen solchen Prospekt war demnach der Vertrieb unzulässig. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs folgt aus dem Anlageberatungsvertrag die Pflicht zur objektgerechten Beratung, die sich insbesondere auf die Eigenschaften und Risiken des Anlageobjekts beziehen, die für die jeweilige Anlageentscheidung wesentliche Bedeutung haben oder haben können.

Zu den aufklärungspflichtigen Eigenschaften und Risiken einer Anlageempfehlung gehören insbesondere auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und Umstände, die für den Anleger selbst nicht ohne Weiteres erkennbar sind, die jedoch für die erfolgreiche wirtschaftliche Tätigkeit von besonderer Bedeutung sind, da sie naheliegende wirtschaftliche Risiken betreffen. Jeder Berater, der sich als kompetent geriert, hat sich aktuelle Informationen zu verschaffen, dazu gehört unter anderem die Auswertung vorhandener Veröffentlichungen insbesondere auch zu Gesetzesänderungen in der Wirtschaftspresse.

Das Thema der Einführung des Kleinanlegerschutzgesetzes und die damit verbundenen Änderungen bezüglich der Prospektpflicht beherrschten die einschlägigen Medien und insbesondere die gesamte Branche der Anlagevermittlung und Anlageberatung, da hierdurch die letzte Bastion nicht prospektpflichtiger Angebote gefallen ist. Vor diesem Hintergrund gab es im vorliegenden Fall für den Anlageberater besondere Anhaltspunkte, denen er infolge der bevorstehenden Gesetzesänderung hätte nachgehen müssen, was er auch ohne Inanspruchnahme sachkundiger Hilfe jederzeit zumindest durch eine Nachfrage bei der Anbieterin mit der Bitte um qualifizierte Stellungnahme hätte tun können.

Dies ist jedoch nicht erfolgt. Insbesondere handelt es sich auch um keine schwierigen und ungeklärten Rechtsfragen. Letztendlich hat sich das damit einhergehende Risiko verwirklicht, da die BaFin mit Bescheid vom 17. März 2016 der Lignum Sachwert Edelholz AG, Berlin, das öffentliche Angebot von Vermögensanlagen untersagt hat.

Im vorliegenden Fall stand die Anbieterin zudem seit Juni 2015 mit der BaFin darüber im Austausch, ob ein Prospekt erforderlich sei oder nicht. Bereits am 04.01.2016 wurde um einstweiligen Rechtsschutz beim Verwaltungsgericht Frankfurt seitens der Anbieterin ersucht. Das Gericht hatte diesen Antrag jedoch zurückgewiesen. Sodann verwirklichte sich das mit der Untersagung einhergehende Risiko und Lignom Sachwert Edelholz AG hat am 28. April 2016 beim Amtsgericht Charlottenburg einen Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren wird dort unter dem Aktenzeichen 361 IN 1853/16 geführt.

Im vorliegenden Fall begründen wir die Anlageberaterhaftung zudem mit dem Argument der unzureichenden Aufklärung zu den hohen Weichkosten, wie Provisionen und Kosten der Geschäftsführung, sowie allen sonstigen, mit dieser Sachanlage verbundenen Risiken.

 

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Die BaFin hat mit Bescheid vom 17. März 2016 das öffentliche Angebot von Vermögensanlagen der Lignum Sachwert Edelholz AG, Berlin, untersagt. Betroffen sind die Vermögensanlagen „Nobilis-Rent“, „NobilisPriva“ und „NobilisVita“. Dies gilt solange, bis die Lignum Edelholz AG für die Vermögensanlagen jeweils einen Prospekt veröffentlicht hat, der den gesetzlichen Bestimmungen entspricht und den die BaFin gebilligt hat. Die Untersagung nach § 18 Abs. 1 Nr. 2 Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) ist noch nicht bestandskräftig.

Diese Untersagung reiht sich in die Unternehmenspolitik ein. Die Homepage der Lignum Edelholz AG ist ebenfalls mehr als intransparent. Bilanzen, Geschäftsberichte, einen Wertpapierverkaufsprospekt oder eine einfache Leistungsbilanz findet man nicht. Im Oktober 2012 hat das Unternehmen die Niederschrift über einen Beschluss der Gesellschafter bekannt gemacht, nachdem der Befreiung der LIGNUM Edelholz AG, Berlin, von der Verpflichtung zur Offenlegung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2011 gem. § 264 Abs. 3 HGB zugestimmt wird.

„Umweltdienlich“ und mit „hohem Renditepotenzial“ versprach Lignum Sachwert Edelholz seinen Anlegern. Unter dem Begriff „nobilis“, wurden über etwa 130 Vertriebspartner  bis zu 5.000 Kunden für Investments akquiriert. Stetige Erträge mit Europäischen Edelholz wurden über „Sachwert Vermögensbausteine“ versprochen. Erworben werden sollte Europäisches Edelholz, d.h. das Recht in x-Jahren eine definierte Menge Holz einer Art zu erhalten, das dann „vertragsgerecht“ im jeweiligen Lieferjahr mit einer Nachfrist von 3 Monaten geliefert werden sollte, und zwar durch Übergabe am jeweiligen Lieferort an den Erwerber. Der Erwerber/Anleger will dem Vertrag nach das erworbene Edelholz „im Zuge der Lieferung“ jeweils an einen Dritten verkaufen, um daraus jeweils seinen Erlös zu erzielen. Der Anbieter besorgt jeweils für den Erwerber/Anleger diesen Verkauf. Das Produkt entspricht in etwa einem Optionsschein. Der Käufer bezahlt heute den Kaufgegenstand, den der Verkäufer zu einem späteren Zeitpunkt zu dem vorher vereinbarten Kaufpreis zu liefern hat. Die Spanne zwischen Vertrag und Lieferung beträgt bis zu 23 Jahre. Das Risiko des Geschäfts trägt der Anleger.  Und zwar sowohl in Bezug auf die Gefahr des Totalausfalls (Naturkatastrophen, Insolvenz u.a.) als auch in Bezug auf die Entwicklung des Holzpreises.

Anbieter ist die Lignum Sachwert Edelholz AG. Die  Lignum Holding GmbH fungierte in den Verträgen als Sicherungsgeber.

Über seine 100%ige Tochter, die Bulgarische Betriebsstätte Lignum Holding GmbH, wurde angeblich der Anbau von Edelholz auf einer Fläche von 2.910ha und 160 Aufforstungen betrieben. Zur Pflanzgutproduktion sollen 3 Baumschulen mit insgesamt 48 ha gehören. Der Homepage des Unternehmens nach die Chance für Anleger, Vermögen zu bilden, zu bewahren und zu mehren und sichere Erträge daraus zu erzielen. Die LIGNUM Edelholz Investitionen AG stellte mögliche Renditen von bis zu 10,8% in Aussicht.

Als Einstiegsprodukt wurde "NobilisVita" konzipiert in Form eines Ratensparplans ab 100 Euro monatlich. Bei einer Laufzeit von 12 bis 23 Jahre an den Edelholzplantagen von LIGNUM sollte die prognostizierte Rendite 1,6 bis 9,2 Prozent betragen.

Ab einer Einmalzahlung von 8.000 Euro wurde mit dem Produkt "NobilisPriva" 2,5 bis 11 Prozent Rendite versprochen. Ab 17.000 Euro lockten 4,9 bis 9,2 Prozent Rendite über das Produkt "NobilisVerde“. Unter der Bezeichnung "NobilisRent" wurde eine Rendite zwischen 5,0 bis 5,4 Prozent prognostizierte Voraussetzung war ein Mindestinvestment in Höhe von 25.000 Euro.

Offensichtlich sammelte man so mehr als 65 Millionen Euro von ca. 5.000 Anlegern ein. Der Vertrieb wurde dabei durch den Nobilis-Vertriebsvorstand Andreas Rühl aus Reutlingen betreut. Als zweite Vorständin agiert Christine Werner aus Roßlau. Das Produkt wurde in größerem Stil unter anderem über die DIMA24 und die Rehberger Werte GmbH vertrieben.

Laut einem Altprospekt nahm die Muttergesellschaft Lignum Holding AG bereits im Jahr 2000, damals als QUADRIS Forest Capital AG, das operative Geschäft (Verkauf von Teak-Investments) auf. Man findet auch Infos über Ernten, nicht jedoch über Ausschüttungen und konkrete Zahlen. Die Unternehmensgruppe wurde über zwei Stiftungen kontrolliert und zwar über die LIGNUM Stiftung und die Dr. Nobis Familienstiftung.

Die Dr. Nobis Familienstiftung (Paulinenstr. 8, 12205 Berlin) sollte das laufende Geschäft kontrollieren und projektieren. Sie hält rund 10 Prozent aller Beteiligungen an der Unternehmensgruppe. Gründer, Denker und Namensgeber der Gruppe ist Herr Andreas Michael Johannes Nobis. Die anderen 90 Prozent aller Beteiligungen an der Unternehmensgruppe hälte die LIGNUM Stiftung (Paulinenstr. 8, 12205 Berlin), die damit Hauptprofiteur der Unternehmensüberschüsse ist.

Das operative Geschäft der Unternehmensgruppe führt die LIGNUM Management GmbH. Beteiligt an der LIGNUM Management GmbH ist wiederum zu 10 Prozent die Dr. Nobis Familienstiftung und zu 90 Prozent die LIGNUM Stiftung. Die Geschäftsführung hat Vater und Sohn Andreas Nobis und Peter Nobis inne.

Seit Anfang 2016 gilt nach dem Kleinanlegerschutzgesetz auch für den Direktvertrieb von Finanzanlagen eine Prospektpflicht. Dies veranlasste die LIGNUM Sachwert Edelholz AG Insolvenzantrag zu stellen. In dem Verfahren über den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen bestellte das Amtsgericht Charlottenburg am 28.04.2016 Herrn Rechtsanwalt Prof. Rolf Rattunde zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 36l IN 1853/16 geführt. Im Kundenmagazin des Unternehmens aus April 2016 spricht das Unternehmen von einer „unrechtmäßige Untersagungsverfügung“ und plakatiert: „BaFin zerstört Lignum“. Es wird zudem empfohlen, der ,,Anleger-Interessenvertretung-Lignum" beizutreten, die schon die „Anwaltskanzlei activeL,AW (Hannover) beauftragt hätte, um die nobilis-Anleger rechtlich im Insolvenzverfahren zu vertreten. Dem Kundenmagazin beigefügt ist ein Schreiben der Kanzlei, unterfertigt durch Herrn Rechtsanwalt Dr. iur. Christoph R. Wolter, in welchem offengelgt wird, dass es sich um einen „Zusammenschluss von Finanzberatern handele.

Hiervon raten wir dringend ab. Letztendlich soll hier offensichtlich der Bock zum Gärtner gemacht werden. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass bei den gegenständlichen Produkten gerade die Frage der Vermittler- bzw. Beraterhaftung in den Mittelpunkt rücken wird, raten wir dringend dazu, sich qualifiziert von unabhängigen und eben nicht vertriebsabhängigen Spezialisten in diesem Bereich beraten zu lassen, um das individuelle Investment und die damit einhergehenden rechtlichen Fragen einer Haftung objektiv prüfen zu lassen.

Gerne stehen wir Ihnen für ein unverbindliches und kostenloses Ersttelefonat zur Verfügung. Wir sind für Sie jederzeit, auch abends und am Wochenende bzw. an Feiertagen zu erreichen.

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