P&R Container - Wichtige Informationen / Überblick

Die P&R Transport-Container GmbH bot sogenannte Direktinvestitionen/Direktinvestments in den Sachwert Frachtcontainer an.  Mehr als 50.000 Anleger haben in den letzten Jahren über 3 Milliarden EUR in ein Direktinvestment bei einer der Konzerngesellschaften von P&R Container investiert.

Insgesamt wurde ein Investitionsvolumen von über 7,5 Milliarden Euro durch die Unternehmen der Gruppe P&R Container abgewickelt. Eigenen Angaben nach verwaltet P&R Container über 1,3 Millionen Container weltweit.

Im Mittelpunkt steht dabei ein standardisierte Transportbehälter aus Metall mit der Bezeichnung: „40 Feet High Cube“. Dabei handelt es sich um einen Standardcontainer in der Dimension 12 x 3 Meter mit einem Ladegewicht von bis zu 30 Tonnen.

Diese wurden durch sog. Direktinvestment/Sachkauf durch P&R Container an Anleger verkauft, um sie sodann wieder für eine feste Laufzeit (in der Regel fünf Jahre) zurück zu mieten. Am Ende der Laufzeit sollte der Container dann zu einem garantierten oder lediglich prognostizierten Rückkaufswert zurückgekauft werden.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen gegenüber den Anlegern orientierten sich zuletzt nach dem Vermögensanlagegesetz (VermAnlG). Nach wie vor gilt ein solches Direktinvestment als Investition im grauen Kapitalmarkt. Dieser wurde durch das VermAnlG zumindest „teilreguliert“.

P&R Container war gegenüber den Anlegern mit einer über 40-jährigen Tradition und Markterfahrung aufgetreten, nachdem

als Gründungsdatum der ersten P&R Gesellschaft mit dem Jahr 1975 geworben wird. Dadurch gewann P&R Container über Jahre hinweg nachhaltig das Vertrauen seiner Anleger.

P&R Container agierte dabei eigenen Angaben nach mit über 200 etablierten Vertriebspartnern und Finanzinstituten, um das Container-Direktinvestment im Markt zu platzieren. Beteiligt an dem Vertrieb der Anlage waren auch ganz konservative Institute wie zum Beispiel Sparkassen und Volksbanken.

Die Firmengruppe um P&R Container wurde in leitender Führung aufgebaut und wird bis heute bestimmt durch den Gründer Herrn Heinz Roth. Heinz Roth steht nach wie vor in Person an der Konzernspitze.

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Schieflage und Insolvenzen bei P&R Container


Von Insolvenzverfahren betroffene Firmen sind:

Zu den vorläufigen Insolvenzverwalter wurden bestimmt: Rechtsanwalt Michael Jaffé, München sowie sein Kanzleikollege Rechtsanwalt Philip Heinke, München.

Derzeit noch nicht betroffen sind

In diese Gesellschaften flossen die Anlegergelder. Hier wurde das operative Geschäft abgewickelt. Insbesondere wurden von hier die bei den Anlegern platzierten Container-Direktinvestments an die großen Leasingspartner weitervermietet.

Auch auf dieser Ebene fungiert der Unternehmensgründer Heinz Roth als Verwaltungsrat. Weiterer zentraler Entscheidungsträger und Geschäftsführer aller vier deutschen Verwaltungsgesellschaften ist Martin Ebben.

Es handelt sich um einen der größten Anlegerskandale der jüngeren deutschen Geschichte. Der mit der Schieflage und Insolvenz von P&R Container einhergehende Umfang übertrifft alle in den letzten Jahrzehnten dagewesenen kapitalmarktrechtlichen Schieflagen.

Rechtliche Rahmenbedingungen des Container-Direktinvestment

Zuletzt über die P&R Transport-Container GmbH und davor über andere Konzerngesellschaften wurden an Anleger gebrauchte Seefrachtcontainer (Standardcontainer) veräußert und wieder zurück gemietet. Grundlage war ein Kauf-und Mietvertrag. Diese Container waren den Angaben von P&R Container nach im Schnitt zwischen 2,5 und 5 Jahren alt. Dabei handelte es sich lediglich um eine Alters-Prognose. Transparenz in Bezug auf den tatsächlichen Zustand des Container-Direktinvestment im Rahmen des geschlossenen Kauf-und Mietvertrages war seitens P&R Container nicht gegeben. Jeder Anleger musste mindestens einen Seefrachtcontainer erwerben. Ein Erwerb von Bruchteilseigentum war nicht vorgesehen.

Geschäftsmodell der P&R Container

Das Geschäftsmodell war nach der bisherigen Bestandsaufnahme aller vorhanden Informationen in sich nicht tragfähig. Begründet wird die Schieflage bei P&R Container selbst mit dem Argument, dass den von den Insolvenzen betroffenen Firmen das Geld für die Container-Rückkäufe und fällige Mietzahlungen gefehlt habe. Gründe hierfür werden nicht benannt. Tatsächlich hat sich das Marktumfeld und damit die Wirtschaftslage in Bezug auf das Seecontainer-Geschäft in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Den weiteren Angaben von P&R Container nach seien dadurch die vorhandenen stillen Reserven aufgebraucht worden. Dieses in Auswertung der uns vorliegenden Unterlagen und Informationen nicht schlüssig. Weitergehende Informationen hierzu finden Sie hier.

Auch der Hinweis des Geschäftsführers Martin Ebben, dass derzeit nur drei der vier Vertriebsfirmen zahlungsunfähig seinen, dürfte für die betroffenen Anleger wenig ermutigend sein. Die bislang noch nicht von einer Insolvenz unmittelbar betroffene P&R Transport-Container GmbH steht derzeit noch nicht vor dem Problem der Erfüllung der garantierten Rückkäufe gegenüber den Anlegern, da die Laufzeiten der über die P&R Transport-Container GmbH abgeschlossenen Kauf-und Verwaltungsvertrag noch nicht abgelaufen sind.

Was passierte mit Ihrem Geld?

Ihr Geld wurde im Wesentlichen dafür verwendet, Container anzuschaffen, die im Wege des angebotenen Direktinvestments an die Anleger veräußert wurden. Dazu musste das Geld aufgrund des nicht tragfähigen Geschäftsmodelles auch für die erheblichen Unterdeckungen in einem jährlich anfallenden dreistelligen Millionenbetrag zwischen den Mieteinnahmen sowie den Mietausgaben gegenüber Anlegern hergenommen werden, so dass dem gesamten Modell im Hinblick auf die prognostizierten Rückkäufe prognostizierbar bereits im Jahre 2014 zum Scheitern verurteilt waren. Bereits im Jahre 2014 kamen Analysten unter Zugrundelegung realer Marktdaten im Zusammenhang mit Container-Kaufpreisen sowie den Nutzungserlösen aus dem Containerumschlag zu dem Ergebnis, dass die Kalkulationen seitens P&R Container von diesen Marktdaten erheblich abweicht.

Solchen Bewertungen durch Analysten ist P&R Container immer entgegengetreten. Transparenz im Blick auf die eigene Kalkulation wurde jedoch nicht geleistet. Vielmehr wurden die Risiken insbesondere auch über den Vertrieb in erheblichem Maße verharmlost. Was mit dem Geld der Anleger wirklich passiert, blieb völlig unklar, weil P&R Container dazu keine detaillierten Angaben machte.

Die Tatsache, dass den Anlegern durch die P&R Vertriebsgesellschaften auch in erheblichem Umfang Container mit der traditionellen Länge von nur 20 Fuß verkauft wurden und eben nicht die inzwischen „gebräuchlichere“ und im Markt deutlich mehr nachgefragte Variante mit einer Länge von 40 Fuß (High Cube), intensiviert das mit dem gesamten Investment einhergehende Risiko. Auch hierüber erfolgte keine anlagengerechte Aufklärung.

Auch waren die von Anbieter zu Anbieter teils erhebliche Differenzen zu Mietzahlungen sowie für die kalkulierten Rückkaufpreise nicht ansatzweise plausibel. Waren beispielsweise die Preise bei den Wettbewerbern Buss Capital oder CH2 vergleichsweise niedrig, so lagen P&R Container oder Magellan teils deutlich darüber.

Vergleicht man die öffentlich zugänglichen Zahlen anderer Anbieter verdichtet sich die Sorge mangelnder Tragfähigkeit des Konzeptes bei P&R Container. Aus einem Geschäftsbericht des Konkurrenten Conrendit Containerfonds Nummer 5 ergibt sich, dass der Markt für Container in den Jahren zwischen 2011 und 2013 nicht mehr als 1.200,00 USD bezahlt hat. „CEU“ steht für „cost equivalent unit“. Diese Abkürzung wird in der Containerbranche verwandt, um unterschiedliche Containertypen hinsichtlich wirtschaftlicher Faktoren wie zum Beispiel Kosten und Erlöse zu vergleichen.

Ein 20-Fuß-Standardcontainer entspricht 1 CEU. Die Kosten und damit zumeist auch die Mieterlöse eines 40-Fuß-Standardcontainers liegen etwa bei dem 1,6-fachen eines 20-Fuß-Standardcontainers; er entspricht daher 1,6 CEU. Ein 40-Fuß-High-Cube-Standardcontainer entspricht 1,7 CEU, weil er etwa das 1,7-fache eines 20-Fuß-Standardcontainers kostet. Ein 40-Fuß-High-Cube-Kühlcontainer entspricht 10,5 CEU. Die Preise bei P&R Container lagen bei gut dem Doppelten des Marktes. Damit fehlte es an der Plausibilität der Angebote.

Eine intensivere Übersicht über die Angebote der P&R Container finden Sie hier.