Das P&R - Angebot 

Das P&R - Angebot ist ein sog. Direktinvestment/Sachkauf. 

Hier finden Sie alle notwendigen Informationen zum sog. Direktinvestment/Sachkauf

P&R - Angebot des Grauen Kapitalmarktes

Bei den sog. Direktinvestments/Sachkäufen handelt es sich um ein Produkt des sogenannten Grauen Kapitalmarktes. Der Graue Kapitalmarkt ist dem Begriff nach der unregulierte des Kapitalmarkts. Die im Grauen Kapitalmarkt angebotenen Produkte entsprechen jedoch den rechtlichen Rahmenbedingungen. Kapitalanlagen des Grauen Kapitalmarktes stehen aber nicht unter staatlicher Aufsicht. Die im Grauen Kapitalmarkt teilnehmenden Unternehmen benötigen keine Erlaubnis der BaFin und müssen keine bis wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen. Auf dieser Basis wurden durch P&R Container eine Vielzahl von unregulierten P&R Angeboten in Milliardenhöhe im Markt platziert.

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Teil-Regulierung des Grauen Kapitalmarktes

Seit der Teilregulierung des Grauen Kapitalmarktes 2013 avancierten Angebote unter der Bezeichnung Direktinvestment/Sachkauf zum "Verkaufshit". So auch das P&R Angebot. Diese Entwicklung machte sich die gesamte Branche für Frachtcontainer zu Eigen. Hier entwickelten sich prosperierende Anlageangebote, wie das P&R Angebot deutlich zeigt. Diese Angebote gingen über das bisherige Betätigungsfeld damals gängiger Produkte des nicht regulierten Grauen Kapitalmarktes (vor allem Anleihen bzw. Inhaberteilschuldverschreibungen) deutlich hinaus. Sowohl in der Schlagzahl der aufgelegten Angebote als auch im Platzierungsvolumen, der Mindestbeteiligungen sowie der damit einhergehenden Versprechungen gegenüber den Anlegern. Das belegen der Umfang und die Volumina der P&R Angebote.

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P&R Angebot im Lichte des Kleinanlegerschutzgesetz

Am 10.07.2015 ist das Kleinanlegerschutzgesetz in Kraft getreten. Hierdurch wurde die Prospektpflicht erneut erweitert. Fortan waren auch partiarische Darlehen bzw. Nachrangdarlehen, die nach der Erstregulierung in 2013 einen "Boom" erfahren haben, der Prospektpflicht unterworfen. Der Anwendungsbereich des VermAnlG war insoweit auch auf Container-Direktinvestments erweitert worden, sofern sie eine feste Rückkaufverpflichtung des Anbieters vorsahen. Diese Rückkaufverpflichtung wurde deshalb ab diesem Zeitpunkt bei dem P&R Angebot erst einmal gestrichen. Seitdem wurde nur noch eine "Prognoseerwartung" zu einem möglichen Rückkauf des Containers im P&R Angebot erwähnt. Damit wurde die Prospektpflicht bei dem P&R Angebot erst einmal umgangen. 

Wiederum Anfang des Jahres 2017 wurde diese Regelung korrigiert. Mit Inkrafttreten der neuen Regelungen wurde auch das Direktinvestment in Sachgütern (z.B. Beteiligungen an dem Erwerb einzelner Container), bei welchen der Rückerwerb der Anlage von dem Willen des Anbieters oder eines Dritten abhängt, ausdrücklich der Prospektpflicht unterworfen.

Diese Teilregulierung verpflichtete P&R, dass auch für die P&R Anlage künftig einen Prospekt erstellt werden muss. Zudem müssen die Anbieter die entsprechenden Dokumentationspflichten erfüllen und für den freien Vertrieb ist eine Erlaubnis nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (Absatz 1, Ziffer 3) erforderlich. 

In Folge wurden seitens P&R die folgenden Angebote aufgelegt:

Angebot Nr. 5001 - Geschlossen 07. März 2017
Angebot Nr. 5002 - Geschlossen 28. Februar 2017
Angebot Nr. 5003 - Geschlossen 26. Oktober 2017
Angebot Nr. 5004 - Geschlossen 30. September 2017
Angebot Nr. 5005 - Geschlossen 31. Mai 2017

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Rechtliches zum P&R Angebot

In rechtlicher Hinsicht handelte es sich um einen Kauf-und Mietvertrag, seitens der Vertriebsgesellschaften der P&R Container auch als Kauf- und Verwaltungsvertrag bezeichnet. Diese Verträge wurden mit allen Anlegern für den Erwerb und die Rückanmietung eines oder mehrerer Container geschlossen. Verkauft und rückangemietet wurden ausschließlich Standardcontainer in der traditionellen Größe mit 20 Fuß sowie mit der zwischenzeitlich viel gängigeren Größe von 40 Fuß. Genauere Informationen, insbesondere auch zu der Frage der Bestimmbarkeit des von Ihnen erworbenen Containers und der Frage, wo er sich befindet, finden Sie hier.

Das angebotene Direkt-Investment in einen Standardcontainer erfolgte seit Anfang 2017 über einen Verkaufsprospekt. Bei diesem Verkaufsprospekt handelte es sich um einen sogenannten unvollständigen Verkaufsprospekt im Sinne des § 10 Vermögensanlagegesetz (VermAnlG). Bei der Anlage handelt es sich insoweit um eine sonstige Anlage gemäß § 1 Abs. 2 Nummer 7 VermAnlG, siehe hierzu auch oben. 

Vorgesehen war der Abschluss eines Kauf-und Mietvertrages hinsichtlich eines Schiffscontainers. Dieser wurde durch den Anleger erworben und an die Emittenten, d. h. die P&R Transport-Container GmbH  vermietet. 

Teilweise wurden in den Angeboten zum Ende der Laufzeit feste Rückkaufswerte garantiert. In der Regel wurde der Rückkauf mit 65% des Ankaufspreises prognostiziert. Meistens stand beim Erwerb des Containers für den Anleger weder fest, dass er den Container überhaupt an P&R Container zurück verkaufen wird können, noch hatte der Anleger Gewissheit über die Preisentwicklung/den Preisverfall und den damit einhergehenden potentiellen Verlust. Im Umfeld der Gesamt-Branchenentwicklung (siehe unten) ein durchaus als hochriskante Anlage zu qualifizierendes Investment, auch wenn ein Totalverlust im Lichte zumindest des Schrottwerts des Containers auszuschließen war.

Die Schieflage um die Insolvenz bei P&R Container beweist einmal mehr, dass die derzeitige Gesetzeslage Anleger in Deutschland tatsächlich immer noch unzureichend vor nicht tragfähigen Geschäftsmodellen schützt.

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Die Weitervermarktung des P&R Angebots - Miet- und Agenturverträge

Die durch P&R Container zurück gemieteten Container wurden anschließend für Sie im Rahmen des Verwaltungs-/Rückmietvertrages dem sogenannten weltweiten Containerumschlag für den Transport von Waren zur Verfügung gestellt. Dies geschah innerhalb der Unternehmensgruppe der P&R Container im Wesentlichen durch zwei mit dem Konzern verbundenen Unternehmen, die bislang von einer Insolvenz nicht betroffen sind, namentlich

Mit diesen Unternehmen wurden sogenannte Miet- oder Agenturverträge geschlossen, die jedoch gegenüber dem Anleger nicht offengelegt werden. 

Auf Basis solcher Miet- und Agenturverträge im Konzern der P&R Unternehmensgruppe wurden die Anlegergelder in diese Gesellschaften zu großen Teilen abgeführt. Hier wurde das operative Geschäft, d.h. das gesamte Containergeschäft abgewickelt. Also die Beschaffung der Container zum Weiterverkauf an die Anleger über die P&R Vertriebsgesellschaften. Und die Weitervermietung von den bei den Anlegern platzierten Container-Direktinvestments an die großen Leasingspartner und Seefrachtunternehmen von P&R Container.

Branchenumfeld/Marktentwicklung zum P&R Angebot

In den Jahren von 1990 bis 2009 waren im globalen Containerumschlag durchschnittlich jährliche Wachstumsraten von ca. 10% p.a. zu verzeichnen. Hiervon hat über Jahre das P&R Angebot profitiert. In 2009 - in direkter Auswirkung auf die weltweite Wirtschaftskrise - sank der Containerumschlag global erstmals um -9%, um in 2010 mit einem Wachstumsplus von 14% sogar das Vorkrisenniveau zu übertreffen. Nach einem aktuellen Report des maritimen Marktforschungsinstituts Drewry, dem sog. Drewry-Report 2016, lag der Containerumschlag global 2015 bei 687,3 Mio. TEU, ein Plus von 1 % gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem wurde das P&R Angebot immer weiter gegen den Trend ausgebaut. Sowohl die Anzahl der P&R Angebote als auch die Volumina wurden gegen die Marktentwicklung erhöht.

Den Prognosen im Welthandel und im weltweiten Containerumschlag wurden nur noch konservative Wachstums-Werte zwischen +1% Containerumschlag und +2,7% Welthandel zugeordnet. Bei nahezu gleichbleibendem Grad der Containerisierung mit ca. 74,4%, also dem Anteil der Güter, die mit Containern transportiert werden, waren konservativ korrespondierende Werte im unteren einstelligen Bereich zwischen Welthandel und Güterumschlag folgerichtig. Demnach wurde in diesen Jahren auch das sehr hohe und gleichbleibende Containerumschlag-Volumen gegenüber dem gesunkenen Warenverkehr weltweit zum Problem. Dieser Negativtrend konnte schon in den Jahren 2014 und 2015 und der damit einhergehenden Pufferwirkung des stabilen Containeranteils am gesamten Warenverkehr nicht abgefedert werden. Diese Fakten wurden ausweislich der Jahresabschlüsse für P&R Angebote dokumentiert. 

Insgesamt zeigten starke branchenübergreifende Schwankungen der Investitionsvolumina nach unten. Dieser Trend war P&R und vor allem den dort für die P&R Angebote verantwortlichen Personen längst bekannt. Dies belegen die Einschätzungen zur Markt-, Umsatz- und zur wirtschaftlichen Entwicklung in den hier bei uns für das P&R Angebot vorliegenden Unterlagen. 

Doch anstatt die Platzierung und den Vertrieb des P&R Angebots zurückzufahren und/oder dem Markt und den eigenen wirtschaftlichen Interessen zufolge nur noch moderat zu betreiben wurden gerade in diesem Zeitraum deutlich über 1 Milliarde EUR bei den geschädigten Anlegern neu platziert. 

Insoweit nutzte das P&R Angebot sogar gezielt die Überflutung der Märkte mit billigem Geld seitens der Anleger. Geworben wurden insbesondere mit einer nicht nachhaltigen Renditeerwartungen.

 

Rechtsanwalt

Wolfgang Wittmann

Ihr Ansprechpartner im Bereich
Kapitalmarktrecht.
Spezialist für Direktinvestments.

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Rechtsanwalt

Harald Lambert

Referatsleiter der Kanzlei
für Direktinvestments und
Sachanlagen.

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