Adhäsion

Das Adhäsionsverfahren betrifft die Geltendmachung eines zivilrechtlichen Anspruches, in der Regel Schadenersatz, im Strafverfahren. In der Strafprozessordnung ist das Adhäsionsverfahren in § 403 StPO geregelt. Hiernach kann der Verletzte oder sein Erbe gegen den Beschuldigten einen aus der Straftat erwachsenen vermögensrechtlichen Anspruch, der zur Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte gehört und noch nicht anderweitig gerichtlich anhängig gemacht ist, im Strafverfahren gelten machen. Grundsätzlich ist das Strafgericht nicht dazu berufen, über zivilrechtliche Ansprüche der von Straftaten betroffenen Opfer zu entscheiden. Im Strafverfahren geht es dem Grunde nach ausschließlich um die Verwirklichung des Strafverfolgungsanspruches der Justiz. In Ausnahmefällen,

die in der Praxis sehr selten vorkommen, wird die Adhäsion eines Geschädigten zugelassen und insoweit mit verhandelt.

Das Strafgericht entscheidet dann im Rahmen der Verurteilung des Angeklagten neben seiner angemessenen Strafe auch über den im Rahmen der Adhäsion geltend gemachten zivilrechtlichen Anspruch. Dieser musste zuvor im Adhäsionsantrag ordentlich begründet und glaubhaft gemacht werden. Im Falle der Ablehnung der Ansprüche im Rahmen der Adhäsion ist der Zivilrechtsweg für den Geschädigten weiterhin möglich, ein Klageverbrauch tritt hierdurch nicht ein.

In diesem Verfahren ist die anwaltliche Vertretung statthaft, sie kann insbesondere auch unter Gewährung von Prozesskostenhilfe erfolgen.

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