Arbeitgeber-Reputation und Employer Branding: Einfluss von Kununu Bewertungen auf das Recruiting

Employer Branding: Warum Ihr Recruiting an negativen Kununu Bewertungen scheitert

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Geschrieben von Wolfgang Wittmann

Die unsichtbare Hürde im Recruiting-Prozess

Dass Employer Branding längst keine Kür mehr ist, zeigen auch wissenschaftlich erhobene Daten: Eine Trendence-Studie (2022), durchgeführt im Auftrag eines interuniversitären Forschungsteams, kommt zu dem Ergebnis, dass 73,6 % Arbeitgeber-Bewertungsplattformen nutzen. 77,7 % informieren sich über Portale wie kununu generell über potenzielle Arbeitgeber. Für die Entscheidung zählen dabei vor allem harte Signale: 86,9 % prüfen den Gesamtscore des Arbeitgeberprofils, und mehr als die Hälfte liest Erfahrungsberichte „oft“ oder „immer“. Damit wird das Bewertungsprofil faktisch zur zentralen digitalen Kontaktfläche im Recruiting. 

Wenn Ihre schicke Karriereseite auf eine Kununu-Realität von 2,2 Sternen trifft, entsteht ein Misstrauen, das kein Marketing-Budget der Welt heilen kann. In der HR-Fachsprache nennen wir das den „Brand-Reality-Gap“.

Wirtschaftliche Folgen: Warum „Aussitzen“ teuer ist

Negative Reputation ist kein bloßes Eitelkeitsproblem, sondern ein Kostenfaktor. Unternehmen mit schlechten Bewertungen kämpfen mit:

  • Höheren Gehaltsforderungen: Bewerber verlangen eine „Risikoprämie“, um bei einem schlecht bewerteten Unternehmen zu unterschreiben.
  • Steigenden Ad-Spendings: Sie müssen mehr Geld in Stellenanzeigen investieren, um die gleiche Anzahl an Bewerbern zu generieren.
  • Abbruchraten: Top-Talente springen nach dem ersten Interview ab, weil sie zwischenzeitlich die anonymen Erfahrungsberichte der Ex-Kollegen gelesen haben.

Die rechtliche Grenze: Meinung vs. Geschäftsschädigung

Employer Branding bedeutet nicht, Kritik zu unterdrücken. Konstruktives Feedback ist wertvoll. Die Grenze wird jedoch überschritten, wenn Bewertungen:

  1. Unwahre Tatsachen behaupten (z. B. falsche Angaben zu Sozialleistungen).
  2. Schmähkritik enthalten (reine Diffamierung ohne Sachbezug).
  3. Von Fake-Profilen stammen (Personen, die nie im Unternehmen tätig waren).

„Viele Unternehmen investieren sechsstellige Beträge in Employer Branding, lassen aber zu, dass rechtswidrige Falschaussagen ihr Fundament zerstören. Effektiver Reputationsschutz ist der erste Schritt zur Arbeitgeberattraktivität.“

Wolfgang WittmannKanzleigründer & Rechtsanwalt

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